Tanzen von A - Z

Der Blues war bei den Farbigen in den Südstaaten der USA das weltliche Gegenstück zum religiösen Gospel. Später hat sich der Jazz dieser Musikform angenommen. Heute noch finden wir Blues-Schemata beim Jive, Boogie-Woogie und Rock 'n Roll. Blues ist der langsamste aller Tänze.

Cha Cha Cha ist der jüngste lateinamerikanische Gesellschafts- und Turniertanz. Er wurde in den 50er Jahren mit höchster Wahrscheinlichkeit von dem kubanischen Musiker Enrique Jorrin erfunden. Er stellte zu dieser Zeit eine langsame Variante des Mambo vor, die große Beliebtheit auf Kuba fand und den Mambo dort in den Hintergrund drängte. Der Cha Cha Cha wurde schon in den 60er Jahren in die Reihe der Turniertänze aufgenommen. Der Charakter des Tanzes: frech und lebhaft, spritzig und fröhlich.

Der Disco-Fox ist ein so genannter Party- und Linientanz. Twist war der Anfang und Durchbruch (1962), Beat und Soul waren die Folgerhythmen.

Der Foxtrott entwickelte sich aus dem alten Ragtime Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA. Er hatte schon damals langsame und schnelle Schritte, also Slows und Quicks. Am Ende der 20er Jahre entwickelten sich aus ihm Quickstep und Slow Foxtrott.

Der Jive entstand im New Yorker Stadtteil Harlem als ein neuer, bewegungsreicher Gesellschaftstanz. Seine musikalische Wiege ist der Boogie-Woogie und Swing der 20er und 30er Jahre. Der Jive geht zurück auf die oft akrobatisch hüpfende und springende Tanzweise der Farbigen aus Harlem.

Der Mambo, in Kuba auch Diabolo genannt, ist ein kubanischer Volkstanz. Sein Ursprung ist afrikanisch. In der Zeit des 2. Weltkrieges und danach hatte der Mambo in allen in den USA seine Blütezeit. In Europa wurde der Mambo erst ab etwa 1952 durch den Film bekannt und löste gar im Jahre 1988 durch die Filme Dirty-Dancing und Salsa ein regelrechtes Tanzfieber aus.

Der Paso Doble, der Doppelschritt, ist ein marschähnlicher Tanz, der vor allem in Spanien und Südfrankreich entstanden ist. Bei uns ist der Paso Doble seit 1959 Turniertanz, seit 1961 im Welttanzprogramm (WTP). Paso Doble ist die tänzerische Darstellung des Stierkampfes, der Herr ist dabei der Torero, die Dame die Capa (das rote Tuch).

Die Polka stammt aus Böhmen. Das Wort Polka bedeutet soviel wie kleiner Schritt oder Halbschritt. Sie ist um 1830 entstanden und kam mit einer Schützenkapelle 1839 nach Wien. Die Polka ist ein fröhlicher, teils gesprungener Geradeaus- und Drehtanz.

Rock ’n Roll ist sowohl von der Musik her, als auch vom Tanz rein schwarzen Ursprungs. Er war die gewaltigste Musikrevolution des 20. Jahrhunderts und wurde durch die weißen Musiker Bill Haley und Elvis Presley bekannt, weil zu dieser Zeit schwarze Musiker auf den Bühnen nicht zugelassen waren. In seiner Ursprungsform war der Rock ’n Roll nicht gesprungen, wurde aber schon in den 50er Jahren akrobatisch getanzt.

Rumba ist ein spanisches Wort und bedeutet Fest oder Tanzfest. Ursprungsland der heutigen Rumba ist Kuba. Über New York (1910) kam die Rumba in den 30er Jahren nach Europa. Seit den 50er Jahren zählt sie zu den Gesellschafts- und Turniertänzen. Die heutige Rumba wird sehr melodiös gespielt und ist ein sehr gefühlvoller Tanz.

Das Wort Samba stammt ab vom portugiesischen Wort semba, was soviel wie Tanz bedeutet und steht heute für einen Tanzstil, der pure Lebensfreude versprüht. Die Quellen der Samba führen bis in die Zeiten der Sklaverei zurück. Seit den 20er Jahren bezeichnet Samba einen schnellen Tanz in geradem Takt. Der Samba kam nach dem 2. Weltkrieg in Mode, zählt heute zu den Gesellschaftstänzen und ist seit 1959 Turniertanz.

Der Tango, der schon kurz nach der Jahrhundertwende nach Europa kam, wurde verstärkt nach dem 1. Weltkrieg getanzt. Er wurde damals, was die Technik anbetraf, sehr frei getanzt. Die Fußarbeit war noch von den alten Gesellschaftstänzen übernommen, der Ausdruck entsprach dem des Argentinischen Tango nach dem Motto: je wilder und verrückter, desto besser. Der Charakter des Tanzes ist weich, sentimental, verhalten, dabei aber stark rhythmusbetont.

Der Langsame Walzer ist entstanden aus dem Boston, der deutlich schneller im 3/4 Takt stand. Von den Engländern Ende der 20er Jahre standardisiert und weiterentwickelt. Seit dieser Zeit ist er Turniertanz. Sein Bewegungsbild ist schwungvoll mit runden Bewegungen, was eine gute Musik unterstützen kann.

Der Wiener Walzer ist der älteste Paartanz. Ursprung im nördlichen Alpen- und Alpenvorland. Den Namen Wiener Walzer erhielt er, weil er am Ende des Wiener Kongresses (1814/15) von den dort versammelten Delegierten getanzt wurde. Viele Walzerkomponisten kommen aus Wien: Lanner, Ziehrer, Joh. Strauß u.v.a.